ΚΩΝΣΤΑΝΤΙΝΟΣ ΚΑΒΟΥΛΑΚΟΣ, ΔΗΜΟΣΙΑ ΧΡΗΣΗ ΤΗΣ ΙΣΤΟΡΙΑΣ ΚΑΙ ΣΥΛΛΟΓΙΚΗ ΤΑΥΤΟΤΗΤΑ. ΟΙ ΙΔΕΟΛΟΓΙΚΟΠΟΛΙΤΙΚΕΣ ΔΙΑΣΤΑΣΕΙΣ ΤΗΣ «ΔΙΑΜΑΧΗΣ ΤΩΝ ΙΣΤΟΡΙΚΩΝ» ΣΤΗ ΓΕΡΜΑΝΙΑ, Μνήμων, 20|1998, 109-132


Konstantinos Kavoulakos, Oeffentlicher Gebrauch der Geschichtsschreibungund kollektive Identitaet. Ideologische und politische Aspekte des «HistorikerStreits)) in DeutschlandIn diesem Essay werden zunaechst die verschiedenen Straenge der Argumentationrekonstruiert, die waehrend des «Historikerstreits» um dieEinzigartigkeit der nationalsozialistischen Judenvernichtung entwickeltwurde. Der Historikerstreit wurde durch Habermas' polemische Kritikan den apologetischen Tendenzen der deutschen Geschichtsschreibungausgebest. Die sogenannten Revisionisten haben vom Anfang an versucht,den wissenschaftlichen Charakter ihrer Versuche die nationalsozialistischeVergangenheit Deutschlands unter ein neues Licht zustellen, zu verteidigen. Habermas arbeitete dagegen die politische Motivedes Revisionismus heraus. Die Historisierung der nationalsozialistischenVergangenheit ist kein blosses wissenschaftliches Anliegen. Sie moechtevielmehr der Stiftung eines vereinheitlichen Geschichtsbildes und daherder Staerkung einer konventionellen nationalen Identitaet dienen, dienach Auschwitz fuer die Deutschen nicht mehr moeglich zu sein schien. Der Geschichtsrevisionismus richtet sich gegen das kritische Geschichtsbewusstsein,das Hand in Hand mit einer postkonventionellen kollektivenIdentitaet geht. Zentraler Kern dieser Identitaet koennen nun nur nochdie universalistischen Prinzipien eines ((Verfassungspatriotismus» sein.In seinen Beitraegen machte uns Habermas darauf aufmerksam, dassunsere Einstellung gegenueber einer ambivalenten nationalen Vergangenheitund unsere Entscheidungen fuer die Zukunft zusammenhaengen.

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